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Herzliche Einladung zur Lesung der Literarischen Gesellschaft am 9. Juni 2026 um 19.00 Uhr

Gharbi M. Mustafa – Stimme aus dem Schatten der Diktatur: Gharbi M. Mustafa ist Schriftsteller und Literaturwissenschaftler aus dem irakischen Teil Kurdistans. In seinem Roman „Wenn Berge weinen", der auf eigenen Erfahrungen beruht, erzählt er von einer Kindheit, die im Kurdistan der 1970er- und 1980er-Jahre nicht in Geburtstagen, sondern in Momenten gemessen wird, die der Unschuld ein Ende setzen. Im Zentrum steht ein Junge, der in eine Heimat zurückkehrt, die ihm fremd geblieben ist, und für sein Anderssein bestraft wird. Freundschaft lernt er mit Fäusten, Männlichkeit durch Schmerz, die erste Liebe unter den wachsamen Augen einer Gesellschaft im Ausnahmezustand – während zu Hause das Schweigen des Vaters lauter dröhnt als der Krieg. Als die Gewalt Hunderttausende in die Flucht treibt, führt sein Weg ihn mit den Ziegen des Vaters über Minenfelder, durch Hunger, Regen und Schlamm bis an eine verschlossene Grenze, wo er begreift, dass Schuhe im Krieg wichtiger sein können als Scham. Mustafa verbindet persönliche Erinnerung mit literarischer Gestaltung – in poetischer Sprache und mit leiser Ironie, zwischen Schrecken und Humor, Verlust und Widerstandskraft. So entsteht ein Raum für Fragen nach Heimat, Identität und Überleben. „Wenn Berge weinen" ist in deutscher Übersetzung im Transit Verlag erschienen. Die Lesung versteht sich zugleich als Gespräch über Literatur als Zeugnis und über die Kraft der Hoffnung selbst in den dunkelsten Zeiten. Termin: Lesung im Mariensaal des Klosters Stiepel, Am Varenholt 9, 44797 Bochum. Beginn 19 Uhr. Moderation: Dr. Ralf Glitza. Eintritt frei – um eine Spende wird gebeten.